dieverpeilte.de Gonzo-Journalismus, Prosa und Musikvorschläge jenseits des Mainstreams

About Me

Foto: Sarae Akhamal

Herzlich Willkommen auf meiner Seite,

schön, dass du hier bist. Ich bin Sofia und das ist meine Geschichte, wie ich zu dieser Homepage gekommen bin.

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an den Moment, als mir klar wurde, dass ich etwas in meinem Leben ändern muss. Geistesblitze wie diese hatte ich auch schon vorher, den Mut etwas zu ändern, den bekam ich erst später. Jedenfalls saß ich vor ungefähr zwei Jahren total verzweifelt in der Universitätsbibliothek, den Kopf in die Hände gelegt, mit lauter Fragezeichen im Kopf. Ich weiß nicht mehr, für welche Prüfung ich da lernte. Letztendlich hatte ich in keiner den Durchblick. Wirtschaftsstudium – aus irgendeinem Grund wollte ich das zum damaligen Zeitpunkt. Ich hatte schon immer eine Vorliebe dafür, Dinge anzufangen, aber nicht die Disziplin, sie abzuschließen. Irgendwann kam der Tag an dem mir bewusst wurde, dass ich so nicht weiterleben kann. Mir wurde klar, dass ich die Prüfung nicht bestehen werde, egal, wie viel Zeit ich ins Lernen investieren würde. Also brach ich in Panik aus und googelte wild drauf los. Ich wollte etwas mit elektronischer Musik machen. Ich war nie musikalisch unterwegs, habe kein Instrument gelernt, geschweige denn Musik gemacht, aber es war das Einzige, für das ich mich wirklich interessierte. Den Großteil meiner Freizeit verbrachte ich damit, nach neuer Musik zu suchen und die Biographien der Künstler durchzulesen. Also probierte ich mein Glück und gab die zwei Wörter „Techno“ und „Job“ in Google ein.

Und siehe da, mir wurde ein Magazin vorgeschlagen, das sich ausschließlich mit elektronischer Musik beschäftigt. An eine Karriere als Redakteurin hatte ich zuvor keinen Gedanken verschwendet. Ich hatte schon immer großen Respekt vor diesem Beruf, für mich waren Journalisten Alleswisser. Doch im Bereich der Musik, hatte ich ein anderes Gefühl. Sie faszinierte mich, mehr, als alles andere. Hinzu kam, dass ich schon in der Schule gerne und ausführlich schrieb, jedoch nie bewusst an meinen Fähigkeiten arbeitete. Ich glaubte nicht an mich und dass ich das Zeug dazu habe. Im Nachhinein kommt es mir fast schon lächerlich vor, dass ich nicht früher auf die Idee kam. Ich sah, dass das Magazin auf der Suche nach Praktikanten war. Die Stelle war in Wuppertal. Ich bewarb mich, kurze Zeit später hatte ich den Platz. Nach langem Hin und Her packte ich mein ehemaliges Leben in ein paar Umzugkartons, schnappte meine Koffer und lies die alte Sofia in Nürnberg, weit hinter mir. Ich wusste nicht, wohin mich dieses Abenteuer führen wird, ob es die richtige Entscheidung ist oder ein weiterer Fehler, den ich später nur bereuen werde. Es war mir egal, ich brauchte die Veränderung. Verloren war ich zum damaligen Zeitpunkt ohnehin.

Es stellte sich heraus, dass es die richtige Wahl war. Das Schreiben ließ mich aufblühen auf, wodurch ich immer mehr zu mir selbst fand. Es war verrückt, wo ich zuvor nur vor mich hinlebte, eröffneten sich mit einem Mal Möglichkeiten, die zuvor unsichtbar erschienen. Ich konnte mich kaum vor Ideen retten, geschweige denn alles umsetzen, was ich wollte. Das lag zum einen daran, dass ich mich in andere Richtungen entwickelte. Schnell erkannte ich dann auch, dass es nicht beim Musikjournalismus bleiben wird. Ich wollte mehr Freiheiten, um über das berichten zu können, was mir in meinem Leben so passiert. Gebunden an das Magazin, konnte ich dies nicht verwirklichen. Und so entschied ich mich, nebenher mein eigenes Ding zu machen. Zusammen mit einem Freund erstellte ich diese Webseite und legte los.

Dieverpeilte ist mein Ausbruch aus dem Gefängnis. Mein Weg in die Freiheit, die Ungebundenheit an vorgegebene Themen, der Start in viele neue und tolle Projekte. Hiermit machte ich meine vermeintlich größte Schwäche zu meiner Stärke. Meine chaotische Arbeitsweise stand mir nicht nur einmal im Weg, lies mich oft an mir zweifeln und zwang mich viele Male, von vorne anzufangen. Heute weiß ich, dass das okay ist. Hier möchte ich über Menschen berichten, die unter normalen Umständen vielleicht nicht zu Wort kommen. Ich will jenen eine Stimme geben, die mich inspirieren und mich ermutigen, weiter zu machen. Kreativen Menschen die Chance geben, ihre Arbeiten zu veröffentlichen, wo sie es vorher nicht konnten.

 

Hiermit möchte ich meinem Chef Sven Schäfer danken. Ganz ohne Erfahrung nahm er mich in seiner Redaktion auf und brachte mir, zusammen mit dem Chefredakteur Tassilo Dicke, vieles von dem bei, was ich heute kann. Trotz meiner chaotischen Arbeitsweise hat er immer an mich geglaubt und mir vertraut. Das Praktikum bei FAZEmag legt den Grundstein für meine journalistische Laufbahn.