About Me

Foto: Sarae Akhamal

Herzlich Willkommen auf meiner Seite,

schön, dass du hier bist. Ich bin Sofia, und das ist meine Geschichte, wie ich zu dieser Homepage gekommen bin.

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an den Moment, als mir klar wurde, dass ich etwas in meinem Leben ändern muss. Gedankengänge wie diese hatte ich auch schon vorher, doch den Mut, etwas an meiner Situation zu ändern, den hatte ich nicht. Jedenfalls saß ich im Sommer 2018 in der Universitätsbibliothek. Gelangweilt vom Leben, gestresst vom Lernen. Den Kopf hatte ich in die Hände gelegt, denn meine Zukunft erschien mir aussichtslos. Ich weiß nicht mehr genau, wofür ich lernte, – letztendlich hatte ich in keinem Fach den Durchblick. Gefangen im Wirtschaftsstudium, dass ich aus irgendeinem Grund zum damaligen Zeitpunkt abschließen wollte. Damals gab ich mich besonders der Vorliebe hin, Dinge anzufangen, aber nicht der Disziplin, sie auch abzuschließen. Irgendwann kam der Tag, an dem mir bewusst wurde, dass ich, wenn ich so weiterlebe, unglücklich bleibe. Zudem war mir klar, dass ich die Prüfung nicht bestehen werde, egal, wie viel Zeit ich ins Lernen investiere.

Also brach ich in Panik aus und googelte wild drauf los – eine Alternative musste her; ganz dringend! Zum damaligen Zeitpunkt hatte ich nicht viele Interessen, doch eine Sache liebte ich schon immer sehr: Musik. Besonders elektronische Musik hatte es mir angetan. So verbrachte ich den Großteil meiner Freizeit damit, nach neuen Sounds zu suchen und die Biografien einiger Künstler durchzulesen. Da ich nichts zu verlieren hatte, probierte ich einfach mein Glück und tippte die zwei Wörter „Techno“ und „Job“ in die Suchmaschine ein.

Und siehe da, mir wurde ein Magazin vorgeschlagen, das sich ausschließlich mit elektronischer Musik beschäftigt. An eine Karriere als Redakteurin hatte ich zuvor keinen Gedanken verschwendet. Ich hatte schon immer großen Respekt vor diesem Beruf, für mich waren Journalisten Alleswisser. Doch im Bereich der Musik, da war es anders. Ich wusste mehr darüber als die meisten meiner Freunde und fühlte mich sicher in diesem Themenbereich. Musik fasziniert mich und hält mich auf eine gewisse Art am Leben. Hinzu kommt, dass ich schon in der Schule sehr gerne und ausführlich geschrieben habe. Bewusst daran gearbeitet hatte ich aber nie. Das änderte sich, als ich 25 wurde. Ich fing an, mir zu vertrauen und an meinen Fähigkeiten zu arbeiten.

Im Nachhinein kommt es mir schon fast lächerlich vor, dass ich nicht früher auf die Idee gekommen bin. Ich sah also, dass das Magazin auf der Suche nach Praktikanten ist. Die Redaktion sitzt in Wuppertal. Im Anschluss schrieb ich meine Bewerbung, schickte sie ab und schon kurze Zeit später hatte ich den Platz. Nach langem Hin und Her und vielen Anrufen – wo ich denn eigentlich bleibe – meines Chefs packte ich schließlich mein ehemaliges Leben in ein paar Umzugkartons, schnappte meine Koffer und lies die alte Sofia in Nürnberg. Dort, wo ich sie nie wieder zu sehen bekam. Natürlich hatte ich keine Ahnung, wohin mich dieses Abenteuer führen würde, ob es die richtige Entscheidung ist oder nur ein weiterer Fehler, den ich später bereuen würde. Es war mir egal, ich brauchte diese Veränderung.

Es stellte sich heraus, dass es die richtige Wahl war. Ich blühte im Schreiben auf und erzielte schnell Erfolge, sodass ich mich weiterentwickeln konnte.

Es war verrückt, wo ich zuvor noch vor ich hinlebte, eröffneten sich mit einem Mal Möglichkeiten, die zuvor nicht da waren. Meine Kreativität wächst nun immer mehr, sodass ich mich kaum noch vor Ideen retten kann. So beschloss ich 2019, dass ich eine Homepage brauche, um eigene Projekte verwirklichen zu können. Denn der Musikjournalismus reichte mir nicht. Ich wollte mehr Freiheiten, um über das berichten zu können, was mir in meinem Leben so passiert und die Geschichten der Menschen zu erzählen, auf die ich treffe. Zusammen mit einem Freund erstellte ich diese Webseite und legte los.

Dieverpeilte ist mein Ausbruch aus dem Gefängnis. Mein Weg in die Freiheit, die Ungebundenheit an vorgegebene Themen, der Start in viele neue und tolle Projekte. Hiermit machte ich meine vermeintlich größte Schwäche zu meiner Stärke. Meine chaotische Arbeitsweise stand mir nicht nur einmal im Weg, lies mich oft an mir zweifeln und zwang mich viele Male, von vorne anzufangen. Heute weiß ich, dass das okay ist. Hier möchte ich über Menschen berichten, die unter normalen Umständen vielleicht nicht zu Wort kommen. Ich will jenen eine Stimme geben, die mich inspirieren und mich ermutigen, weiter zu machen. Kreativen Menschen die Chance geben, ihre Arbeiten zu veröffentlichen, die vorher keine Möglichkeit dazu hatten. Der Gonzo-Stil wurde zu meinem Markenzeichen und lässt mich in jedem meiner Texte erneut zum Leben erwecken. 2020 wurde mir zudem bewusst, dass ich nicht an einem Ort bleiben kann. Um die Vielfältigkeit unserer Spezies kennenzulernen, muss ich unseren Planeten bereisen. Und das mache ich. Wenn du also meinst, dass du in einem Land lebst, in dem es Platz für mich gibt, dann schreib mir doch einfach eine Nachricht.

Der Journalismus ist der schönste Beruf, den ich mir für mich vorstellen kann. Er lässt mich in Bereiche schauen, wozu andere keinen Zugang haben, baut Vorurteile ab und macht jeden Tag zu einem Abenteuer.

Hiermit möchte ich meinem Chef Sven Schäfer danken. Ganz ohne Erfahrung nahm er mich in seiner Redaktion auf und brachte mir, zusammen mit dem Chefredakteur Tassilo Dicke, vieles von dem bei, was ich heute kann. Trotz meiner chaotischen Arbeitsweise hat er immer an mich geglaubt und mir vertraut. Das Praktikum bei FAZEmag legt den Grundstein für meine journalistische Laufbahn und wird mich immer daran erinnern, wieso ich heute dort bin, wo ich eben bin.