Eigentlich wollte ich nur ein paar Sachen auf Ebay-Kleinanzeigen loswerden. Dass mein Tragebild dabei zum Opfer einiger Fußfetischisten wird, hätte ich mir ja eigentlich denken können. Keine Minute hat es gedauert und ich bekam schon die ersten Nachrichten. »Schöne Füße«, »Mega sexy« oder »Würde mich gerne unter deine Heels legen« schreiben sie. Doch als ich frage, ob sie auch Interesse an den Schuhen haben, fällt die Antwort immer gleich aus. Sie wollen nur eines: mich und meine Füße. Und da ich in Zeiten von Corona unter chronischer Langeweile leide, spiele ich das Spiel mit. Kurz vor 14 Uhr stellte ich mein Inserat online, innerhalb der folgenden zwei Stunden erhielt ich acht Anfragen von Männern, die mehr sehen wollen. Einer von ihnen bot mir bereits nach wenigen Minuten ein Treffen in seinem Auto oder in einem Hotel an. Ein anderer wollte mir 50 bis 100 Euro für ein Fußdate zahlen. Was das genau ist, erfährst du später. Ein weiterer Mann drängte mir 200 Euro für einen Footjob auf. Am schockierendsten war jedoch, dass sich ein 28-Jähriger mit mir treffen wollte, obwohl ich ihm erzählte, dass ich erst vierzehn Jahre alt bin. Auch nachdem ich ihn darauf aufmerksam mache, dass er damit gegen das Gesetz verstößt, zeigte er weiterhin Interesse, sich zu verabreden. Was er wohl mit mir angestellt hätte? Daran möchte ich gar nicht nachdenken.

Doch was ist eigentlich ein Fußfetisch?
Einen Fußfetisch zu haben, oder auch Podophilie genannt, bedeutet, dass man sich von Füßen sexuell erregt fühlt. Und dieses Gefühl ist für Millionen von Menschen nichts unbekanntes. Größtenteils handelt es sich dabei wohl um Männer, was ich anhand meines kleinen Experimentes beweisen kann. 100 Prozent der Anfragen stammten von männlichen Fetischisten. Und auch, wenn ich dafür keine belastbaren Zahlen finden konnte, so bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich hierbei um eine der wohl am meisten vorkommenden sexuellen Neigungen handelt. Die Nachfrage im Netz ist jedenfalls groß. Ob es nun um getragene Socken, Schuhe oder Strumpfhosen geht, der Markt boomt. Auch die Pornoindustrie ließ sich das Geschäft nicht entgehen. Schaut man sich mal auf diversen Seiten um, findet man ein großes Angebot an sogenannten Fußpornos. Prominente, wie zum Beispiel Quentin Tarantino gehen offen mit ihrer Vorliebe um. Schon mal aufgefallen, dass er in seinen Filmen auffallend viele Szenen mit nackten oder angezogenen Füßen hat?

Und was erlebte ich in den Ebay-Kleinanzeigen?
Um herauszufinden, wonach genau die Männer suchen, die mich anschrieben, verwickelte ich sie in ein Gespräch. Zudem wollte ich wissen, wie weit sie gehen, um ihren Fetisch auszuleben. Also machte ich mich ein paar Jahre jünger, um zu sehen, was passiert.

Versuchskaninchen 1:

Er: Hey, tolle Schuhe.
Ich: Danke, magst du sie kaufen?
Er: Finde deine Füße mega süß (Lovesmiley)
Ich: Danke. Das heißt, an den Schuhen hast du kein Interesse, sondern nur an meinen Füßen?
Er: Ja, für die würde ich einiges geben.
Ich: Was denn zum Beispiel?
Er: Also ich würde sie gerne massieren, küssen oder lecken. Für einen Footjob gebe ich dir 200€.
Ich: Was ist denn ein Footjob?
Er: Wenn du mein bestes Stück mit deinen Füßen massierst.
Ich: 200 Euro könnte ich wirklich gut gebrauchen, wegen Corona haben meine Eltern mein Taschengeld gestrichen. 🙁
Er: Also bist du interessiert?
Ich: Wenn das okay für dich ist, dass ich noch keine 18 bin.

Gespräch beendet.

Versuchskaninchen 2:

Er: Würde mich gerne unter deine Heels legen.
Ich: Was würdest du denn da machen?
Er: Ich würde sie massieren, küssen und lecken.
Ich: An den Schuhen hast du also kein Interesse?
Er: Eher weniger. Eher an Füßlingen und an deinen Füßen.
Ich: Was genau gefällt dir denn daran?
Er: Ich liebe es, Füße abzulecken und zu küssen.
Ich: Und triffst du hier auf Frauen, die sich mit dir treffen und dir ihre Füße dafür anbieten? Sorry, bin einfach neugierig.
Er: Ja klar, hab ich schon gemacht. Willst du auch?
Ich: Vielleicht. Hier über Ebay Kleinanzeigen, oder wie triffst du die Frauen sonst?
Er: Uii, das würde mich freuen. Hier über Ebay und auch im realen Leben, im Hotel oder im Auto. Ist immer unterschiedlich. Sollen wir mal kurz telefonieren?
Ich: Ist es ein Problem, dass ich erst 15 bin?
Er: Oh, ernsthaft jetzt? 
Ich:
Ist das schlimm? 
Er:
Ja klar. Mach’s gut.

Versuchskaninchen 3:

Er: Wow. Super, 1 A. Unbezahlbar.
Ich: Ach unbezahlbar sind die nicht, für 15 Euro gehören sie dir.
Er: :))
Ich: Willst du sie kaufen?
Er: Entschuldige, ich wollte dir das nur sagen.
Ich: Achs o. Du stehst also auf Füße?
Er: Ja genau. Du hast sehr gepflegte und schöne Füße.
Ich: Danke! Und wie läuft das dann ab, triffst du dich manchmal auch mit Frauen, deren Füße du schön findest?
Er: Ja ein paar Mal habe ich mich schon getroffen.
Ich: Und was passiert dann?
Er: Lieber über WhatsApp oder direkt E-Mail schreiben.
Ich: Nein, das möchte ich nicht. Ich kenne dich ja überhaupt nicht.
Er: Immer positiv. Also wir sind ja beide erwachsene Leute. Wenn, dann diskret und respektvoll.
Ich: Was meinst du denn damit?
Er: Ich kann dir etwas zahlen, quasi wie ein Geschenk. Alles freundlich und diskret.
Ich: Was meinst du mit einem Geschenk?
Er: (Schickt mir seine E-Mail-Adresse, um “diskreter” schreiben zu können). Ja zb. 50 bis 100 Euro.
Ich: Verstehe nicht, was du meinst. Und ich kenne dich ja nicht. Vielleicht kannst du mir vorab erstmal etwas über dich erzählen? Und für was bekomme ich 50 bis 100 Euro?
Er: Ich bin 45 Jahre alt, 185m und wiege 80 kg. Ich bin sehr gepflegt, 1 A. Garantiert extrem diskret, zuverlässig und respektvoll.
Ich: Und was muss ich für das Geld machen?
Er: Gar nix. Fußdate. Wenn du willst, alles freiwillig.
Ich: Ja, aber was ist denn ein Fußdate?
Er: Ein Fußdate bedeutet, dass wir uns treffen. Also ich küsse deine Füße, eine Massage und so weiter. Mehr nicht.
Ich: Und dafür zahlst du mir Geld?
Er: Ja, aber nur gepflegte Füße. Nicht barfuß, lieber mit Nylons. Aber wie gesagt, nur wenn du willst. Also manche Frauen machen sehr gerne Fußmassagen, aber muss nicht.
Ich: Dann lieber nicht.
Er: Warum?
Ich: Ich weiß nicht. Ich bin noch keine 18 und bin noch sehr schüchtern.
Er: Ach so. Ich bin auch schüchtern. Habe immer gesagt, es ist kein Muss. Wir können uns z.B. treffen, einfach quatschen und uns kennenlernen. Dann, wenn es dir gefällt, können wir weiter gehen.
Ich: Und wie alt bist du?
Er: Ach so, du bist nicht 18. Ja klar, das geht nicht entschuldige.

Versuchskaninchen 4:

Er: Guten Tag die Dame, haben Sie auch Strumpfhosen?
Ich:
Zum Verkauf? 
Er:
Ja, will Sie aber nicht stören. 
Ich:
Also du möchtest meine Strumpfhosen kaufen?
Er:
Nur wenn sie welche haben, die Sie nicht mehr brauchen. 
Ich:
Klar. Was zahlst du denn dafür? 
Er:
Kommt drauf an, welcher Zustand und welche Marke. 
Ich:
Unterschiedlich. Habe auch welche von Woolworth. Aber gebraucht. 
Er:
Ok. Hätten Sie ein Foto, damit ich mir ein Bild davon machen kann, wie sie aussehen? Nur wenn es keine Umstände macht, ansonsten Verzeihung für die Störung. 

Versuchskaninchen 5:

Er: Hallo… Ich will dich nicht stören. Ich bin daran interessiert abgenutzte Schuhe zu kaufen. Also Heels, Pumps, Stiefel, Sandalen, Turnschuhe oder Hausschuhe. Wenn du welche hast, kann ich sie zu einem guten Preis kaufen.
Ich: Jede Menge habe ich davon. Was zahlst du denn dafür?
Er: 20 bis 70 Euro pro Paar. Wie viele Paar hast du?

Hierauf werde ich wohl noch eingehen. Platz schaffen und so! 😉 

Versuchskaninchen 6:

Er: Mega sexy. (Lovesmiley)
Ich: Danke. Hast du Interesse daran, die Schuhe zu kaufen?
Er: Mag so gerne ein Bild von Ihren schönen Füßen und Heels haben. Bin 28 Jahre alt.
Ich: Ein Bild von meinen Füßen?
Er: Ja, die sind so Hammer.
Ich: Du stehst also auf Füße?
Er: Ja mit Heels ganz schlimm. Süße.
Ich: Was genau gefällt dir an meinen Füßen?
Er: Sie sind mega gepflegt und einfach alles daran. Deine Heels passen mega zu deinen schönen Füßen. Hast du noch andere Heels?
Ich: Danke. Ja habe ich.
Er: Ich möchte sie gerne sehen. Bitte, ich bin Patrick und 28 Jahre alt.
Ich: Machst du das denn öfter hier auf Ebay-Kleinanzeigen? Ich habe sowas noch nie gemacht und bin ein bisschen schüchtern.
Er: Nein, ist auch mein erstes Mal. Aber deine Füße sind echt zum anbeißen und erotisch. Bitte Schatz, schick mir ein Bild. (Herz)
Ich: Ach so, na dann ist es ja okay. Ich dachte schon, du bist einer von diesen Typen, die jede Frau hier ansprechen.
Er: Nein, das mache ich nicht. Ich liebe deine schönen Füße.
Ich: Dann bin ich ja beruhigt.
Er: Herzsmiley
Ich: Und was machst du dann mit den Bildern, wenn ich dir welche zuschicke?
Er: Mir anschauen und daran denken, dass ich bei dir wäre.
Ich: Und was denkst du da genau?
Er: Ich denke an erotische Fantasien mit dir in deinen Heels. Schlimm.
Ich: Wieso schlimm?
Er: Frage ja nur, ob es für dich schlimm ist, was ich denke. (Herzsmiley). Bitte schick mir ein Bild Schatz.
Ich: Ich bin aber erst 14, ist das okay für dich?
Er: Ja klar, das ist okay.
Ich: Also wir machen damit nichts illegales?
Er: Nein, machen wir nicht.
Ich: Puh, dann bin ich ja beruhigt. Ich hab nämlich gehört, dass sexuelle Handlungen mit Minderjährigen strafbar sind. Aber wenn du sagst, dass das nicht so ist, dann glaub ich dir das! 🙂
Er: Oder so.
Ich: Wo wohnst du denn? Vielleicht können wir uns treffen?
Er: Mainz. Schicke bitte ein Bild, Süße.
Ich: Du willst dich nicht treffen?
Er: Wo kommst du her? … ? … Huhu?… Hallo?
Ich: Ehrlich gesagt habe ich nicht vor, dich zu treffen. Ich bin Journalistin und du bist gerade in meine Falle getappt. Sich an Minderjährigen zu vergreifen ist eine Straftat. Unseren Chat werde ich an die Polizei weiterleiten. Außerdem werde ich die Aufzeichnungen in meinem nächsten Artikel veröffentlichen, um junge Frauen vor Männern wie dir zu schützen.

Gespräch beendet.

Eigentlich sind Männer, die unter einem Fußfetisch leiden ziemlich harmlos. Viele von Ihnen gehen dabei sehr respektvoll vor, wie Versuchskaninchen 5 bewiesen hat. In der Vergangenheit machte ich mal Erfahrungen mit einem Mann, der mir im Nachhinein beichtete, dass er Füße anziehend findet. Was ich damals nicht wirklich schlimm fand, eher amüsant. Beunruhigend ist viel mehr, wie sich manche Männer verhalten, um an ihr Ziel zu kommen. Trotz dem breiten Angebot, dass es heutzutage für diese Szene gibt, tauchen sie immer wieder an Orten wie den Kleinanzeigen auf, um Frauen aufzulauern. Welches Alter die Person dabei hat, spielt für sie dabei kaum keine Rolle. Es ist nicht das erste Mal, dass ich Anfragen dieser Art erhalte. Auf eine Stellenanzeige als Haushaltshilfe oder ein Inserat meiner Jeans, bekam ich direkt mehrere vergütete Sexangebote. Wirklich angenehm ist das nicht, wenn das Handy auf einmal zu bimmeln anfängt, mit lauter perversen Messages. Die Kleinanzeigen sind im Allgemeinen ziemlich bekannt dafür. Und wie man sieht, gehen einige Frauen darauf ein, um sich etwas dazu zu verdienen. Dass so ein Treffen ziemlich kostbar enden könnte, haben meiner Meinung nach nicht so viele auf dem Schirm. Ich hoffe, mein Artikel hilft dabei und hat der ein oder anderen Dame hier mal ordentlich den Kopf durchgeschüttelt.

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