Einschlafen dürfen, wenn man das Leben nicht mehr selbst gestalten kann, ist der Weg zur Freiheit und Trost für alle – Hermann Hesse

Mein Karl-Fried war meine große Liebe und wie ihr wisst, konnten wir ohne einander nicht sein. Nach unserer Heirat folgten wunderschöne Jahre, die wir mit unseren Kindern, Enkelkindern, Freunden und Haustieren verbrachten. Langweilig war uns jedenfalls nie, vor allem die Tage auf unserem geliebten Wochenendsitz dem Häuschen bringen mich zum Schmunzeln. Es war ein herrliches Leben, das ich führen durfte. Wir haben immer gut gegessen, getrunken, gesungen und gelacht. Leider war es mir nicht mehr möglich, mich von euch zu verabschieden.

Als ich ganz friedlich eingeschlafen bin, dachte ich an die Sommer meiner Kindheit, die mir immer schön und warm erschienen. Ich erinnere mich gerne an das Leben auf dem Bauernhof zurück, als wir mit all den Tieren zusammengelebt haben. Da war zum Beispiel mein geliebter Rolf, ein Mischlingshund. Er war am selben Tag wie ich geboren. Ein Spitz hatte da mitgemischt, denn er war weiß. Er liebte mich sehr und ich ihn. Er passte auf mich auf schon von Baby an. Später brachte er mich jeden Tag zur Schule und wartete unter einem Baum auf mich, bis die Schule zu Ende war. Dann rannten wir vergnügt nach Hause.

Nun renne ich mit Freude zu meinem lieben Karl-Fried und freue mich darauf, nun für immer mit ihm vereint zu sein. Und so wie Rolf damals auf mich Acht gab, warten wir nun unter einem Baum auf euch, bis wir eines Tages wieder beieinander sind.

 

 

Für meine Oma.