Albanien – Zwischen atemberaubenden Kulissen und faszinierenden Menschen

Meine Füße sind nackt und ich spüre den warmen Sand unter ihnen. Um mich herum ist überall Wasser, türkisblaues Meerwasser am Strand von Rana e Hedhun. Vor mir die albanischen Alpen. Während ich das wunderschöne Panorama in mich aufsauge, gehe ich mit trockenen Füßen durch das Meer. Ich denke mir, wie glücklich ich doch bin, dass ich durch meinen Job als Musikjournalistin die Möglichkeit habe, Festivals wie das UNUM an Orten wie hier in Shengjin besuchen zu dürfen.

Oli, der britische Festivalfotograf aus unserem Presseteam liegt seelenruhig auf meinem Strandtuch und lächelt in die Sonne. Ich knie mich nieder, um mich dazuzulegen, und zünde mir eine Zigarette an. Da sehe ich eine junge Frau vor uns liegen, sie schaut mich mit ihren hellblauen Augen an und fängt an zu lächeln. Ich frage sie, ob sie uns Gesellschaft leisten möchte. Aferdita ist ihr Name. Wir unterhalten uns auf Deutsch, da sie Schweizerin ist. Ihre Eltern sind gebürtige Kosovo-Albaner, weshalb der Großteil ihrer Verwandtschaft in Kosovo lebt. »Unseren Eltern war es schon immer wichtig, dass wir einmal im Jahr zurück in unsere Heimat fahren, um Kultur und Sprache aufrechtzuerhalten. Dabei überließen sie uns immer die Wahl mitzukommen und seit ein paar Jahren verbringen wir unseren Strandurlaub hier oder gehen wandern«, antwortet sie strahlend auf meine Frage, ob es auch ihr erstes Mal in Albanien ist.

Die Gelassenheit, die sie dabei ausstrahlt, erinnert mich an meine wundersame Begegnung vom Morgen. Gerührt berichte ich ihr, wie ich den liebenswerten Petrit aus Lezha kennenlernte. Gleich nach dem Frühstück im Rafaelo Resort begab ich mich auf die mühsame Suche nach einem Reparaturdienst. Weit und breit nichts zu sehen. Doch dann, als der Schweiß auf meiner Stirn nicht mehr aufzuhalten ist, treffe ich auf den freundlichen Taxifahrer. Für wenige Lek kutschiert er mich durch traumhafte Landschaften zu einem befreundeten Shop. Er begleitet mich hinein und stellt mich seinen Freunden vor. Die Zeit verfliegt, während wir uns über den steigenden Tourismus Albaniens unterhalten. Kurz darauf halte ich auch schon meine neue Smartphone-Kamera in den Händen. Erleichtert frage ich nach dem Preis, daraufhin bekomme ich grinsend eine abschüttelnde Handbewegung als Antwort. Aferdita hört gespannt zu und nickt zustimmend, als sie sagt: »Wir sind sehr gastfreundlich und nehmen uns viel Zeit für unsere Gäste, die wir wie Könige behandeln. Es bereitet uns Freude und zudem ist es uns wichtig, dass die Menschen gerne wiederkommen«.

Unter unseren Tüchern trommelt der treibende Bass der Beachstage. Die Gelächter der anderen Besucher verschmelzen mit den fröhlichen Klängen, die aus der Anlage ertönen. Aferdita strahlt, als sie an meine Anekdote anknüpft: »Mein persönliches Highlight war unsere Übernachtung in einem Hostel bei einer liebevollen Familie in Valbona. Es war so idyllisch in den Bergen, so familiär. Das Ehepaar bekochte uns am Abend mit frischem Fisch, den der Ehemann zuvor aus dem Fluss gefangen hatte. Nach dem Essen machte mein Vater ein Lagerfeuer, an dem wir zusammen mit den anderen Gästen Lieder sangen«. Über einen Freund buchten sie einen Guide von Init-Experience, der ihnen die Unterkunft ans Herz legte. Als sie fortsetzt, fühle ich mich bestätigt, in dem, was sie sagt: »Der Aufenthalt dort hat mir so viel Kraft gegeben, dass ich den Wunsch verspüre, eine eigene Herberge aufzubauen. Ich möchte auch einen Ort schaffen, an dem sich die Leute wie zuhause fühlen und so sein können, wie sie sind«.

Wir stehen auf, um uns den bunten Flohmarkt anzuschauen. Die Hitze, der wir mittlerweile schon einige Stunden ausgeliefert sind, macht sich mit einem kurzen Schwindelanfall bei mir bemerkbar. Beim Laufen lege ich meinen Arm um Aferdita, schaue sie an und bin glücklich, einen so wundervollen Menschen gefunden zu haben. Nach ein paar Tagen in Albanien lernte ich mit ihrer Hilfe die Kultur von Grund auf kennen und hatte ein Erlebnis, das ich zuvor noch nie hatte, außer in diesem zauberhaften Land.

 

www.unumfestival.com
www.instagram.com/initexperience
www.rafaelo-resort.shengjin.hotels-al.com

 

Ein kleiner Einblick in Albaniens wunderschöne Natur:


Das Valbona Tal gehört zu der Bergregion Malesia e Gjakoves und zählt zu den abgeschiedesten und ärmsten Tälern der Albanischen Alpen. Die Region rundum das Valbona Tal gehört zu den im Jahr 1996 gegründeten Nationalpark Valbona und wird auch das “Wunder der Albanischen Alpen ” genannt.

Entlang des Valbona Tals und immer wieder auftauchend in dieser Region, fließt der gleichnamige Fluss Valbona. Er entspringt einer Karstquelle in Jezerca und mündet bei Fierza in den zum Koman Stausee gestauten Drin.

Valbona ist ein sehr beliebter Startpunkt für Wanderer, denn von hier aus haben sie unbegrenzte Möglichkeiten die Naturelle Berglandschaft in all ihrer Schönheit zu erkunden und zu genießen.


Klare Gebirgsquellen entlang der durchaus gut markierten Strecke sind beliebte Rastplätze. Inmitten der wilden und traumhaften Bergwelt findet man immer wieder kleine Bergseen, Schluchten und Wasserfälle. Aber nicht zu hoch wandern, denn in den höheren Bergregionen leben noch Wölfe, Wildziegen und Bären.


Die Gastfreundschaft ist hier hochgeschrieben, als Gast lebt man einfach und im Einklang mit der Natur. Viele Lebensgewohnheiten haben sich seit Jahrhunderten von Jahren erhalten und die meiste Kost kommt aus eigener Produktion. Jede Familie versorgt sich aus dem eigenen Gemüsegarten oder dem Fluss hinterm Haus.

 

Magste? Dann check doch mal das hier:
Christiania: Wo Hippies ein Zuhause finden
Meine Corona-Story: Indien

3 thoughts on “Albanien – Zwischen atemberaubenden Kulissen und faszinierenden Menschen

  1. E dashur Sofia

    Danke dir von Herzen für diese schönen Zeilen.
    Wie dir dazumal gesagt habe, vertrau deinem Herzen und deinem Bauchgefühl und mach was auch immer es dir zuflüstert. Dort wo du sein kannst, kommt alles gute zu dir. Trage die Zeit mit dir im Herzen.

    Noch kurz ein Link von Tereza Gegas Atelier in Lezhe. Die Tracht, die ich bei ihr gekauft und ein Teil geschenkt bekommen habe, trage ich unheimlich gerne. Tereza hat während dem Krieg vor mehreren Jahren über 100 Kosovare bei Ihrer Familie aufgenommen. Flüchtlinge mit viel Liebe beschenkt und sie ernährt. Die Freundschaft mit ihr ist eine Bereicherung des Lebens.

    https://www.artistikezadrima.com/

    Eine weitere Adresse in Tirana, jedoch eine versteckte Schatzkiste und sie haben keine Internetseite (oder sie ist mir zumindest nicht bekannt). Ist in der Nähe des Pazari rri in Tirana. Von aussen sieht es nach einem Laden mit vollgestopften Souvenirs aus, doch wenn man rein geht, entdeckt man so viele sehr alte gut erhaltene Trachten aller verschiedenen Regionen Albaniens. Ich war einen ganzen Nachmittag bei ihr und habe stundenlang unterschiedliche Trachten anprobiert. Kaffee mit Aida getrunken, der Geschäftsführerin und leidenschaftlichen Hüterin der alten Tradition. Seid offen und fragt in der Nähe des Pazari rri nach Aida, ihr werdet sehen, dass die Leute offen sind und euch weiter helfen. Ein Spaziergang durch den Pazari vjeter lohnt sich – da habe ich weitere Schätze des Landes gefunden.

    Au Init-Experience bin ich durch das Kasheme und Gründer Nick Mazrekaj aufmerksam gemacht worden.
    Das Kasheme ist ein Bijou in Zürich und ein Place to be! Check it out: https://kasheme.com/streaming/

    Ein Track was mich mit Kasheme verbindet:
    Nissim von The Gaslamp Killer (Nissim hat eine wunderschöne Bedeutung)
    https://www.youtube.com/watch?v=Xt2IcK78NOw

    Soo liebe Sofia, freue mich dich bald wieder zu sehen und wer weiss vlt schon diesen Sommer auf der Alp Flix in den Schweizerischen Bündner Bergen 🙂

    Fühl dich gedrück von mir <3
    Dita

Leave a Comment