Das „Bahni“, wie die Münchener es nennen, ist ein Ort, der mich auf Anhieb umgehauen hat. Am Eingang wird schon recht deutlich, dass das kein „normaler“ Club ist. Graffitis, so weit das Auge reicht, die deutlich machen, dass Kunst hier großgeschrieben wird. Der Mehrheit der Clubbesucher geht es zu Beginn wohl so wie mir: Ich kam aus dem Staunen einfach nicht heraus. Angefangen mit dem mehr als geräumigen Außenbereich – hier haste mal ein Lagerfeuer, da mal einen alten Treckerreifen zum Reinhängen oder einen stillgelegten, wackelnden U-Bahn-Wagon, in dem heftig abgeschwitzt wird. Es gibt Sitzmöglichkeiten überall und in allen unvorstellbaren Variationen. Zudem ist das Publikum sehr erfrischend. Noch aufregender wird es im Inneren: ein DJ-Pult, das wie ein Thron auf mich wirkte, in der Mitte ein DJ, der wie ein König gefeiert wird und mitfeiert. Richtig geiler Sound dröhnte mir hier um die Ohren, über mir riesige Discokugeln und dazu diese Dunkelheit. Auch im Club gibt es jede Menge Rückzugsmöglichkeiten mit bequemen Vintage-Couches und skurriler Deko. Und wenn sich Hunger bemerkbar macht, gibt es eine liebevolle Küche, die mit köstlichen Wraps und allerhand anderem Zeug lockt. Mit oder ohne Fleisch. Das Angebot des Kulturprojekts reicht hier von Konzerten und Ausstellungen über Clubnächte, Kino, Flohmärkte, Workshops und Tanzkurse bis hin zu Comedy-Shows.

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Fotos: Sandro Prodanovic

 

 

 

Diese Review habe ich im Auftrag meiner Kolumne FAZE Trip geschrieben. 

 

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