Im Laufe der Jahre startete Molle aka Mollono.Bass so einige Projekte, wie etwa Kombinat100, Rundfunk3000, Eule:nhaupt & Molle:nhauer, Green Lake Project, Mollono.Bass & AVA Asante. Dabei spielte die Abwechslung immer eine große Rolle für ihn. Mal wurde er deep, mal poppig, mal technoid, mal housig, mal Club und mal Dub – dabei sammelte er stets Einflüsse aus allen Ecken der Musikwelt. Auf einen bestimmten Stil festlegen wollte er sich dabei nicht. Die melodischen Klänge, denen er aber in all den Jahren treu blieb, lassen vermuten, dass es er ein verträumter Typ ist. Das sagte ihm übrigens auch seine Mutter schon immer. Und auch in der Schule wurde er immer wieder damit konfrontiert.

Diesen Monat erscheint Mollono.Bass’ neues Album „Woods, Tales & Friends“ auf 3000Grad Records. Neben den Wäldern, in denen er lebt, und den Geschichten, die er mit seiner Musik erzählt, ist Freundschaft eines der drei wichtigsten Motive des Albums. „Ich habe in den letzten drei Jahren mit vielen anderen Musikern zusammengearbeitet. In diesem kreativen Austausch ist etwas entstanden, das ich alleine so nicht geschafft hätte. Es eröffnet neue Horizonte und immer wieder spannende neue Perspektiven. Das ist Freundschaft. Und das ist etwas ganz Wunderbares, das mir extrem viel bedeutet“, erklärt Molle. Dabei sieht er seine neue LP als eine Art Anekdotensammlung der letzten drei Jahre. Darin enthalten sind Tracks, die bereits seit Längerem auf seiner Festplatte verweilten, aber auch Werke, die erst kürzlich kreiert wurden. Seine größte Inspiration war auch dieses Mal die Natur. Mitgewirkt haben unter anderem Künstler wie I Am Halo, Kuoko, jPattersson und Marc Vogler. „Teilweise sind das alte Freunde, teilweise Menschen, mit denen ich erstmals zusammengearbeitet habe. Und alles sind es Musiker, deren Arbeit ich sehr schätze“, berichtet Molle. Generell ist er jemand, der gerne mit anderen Künstlern kollaboriert, wie er in der Vergangenheit schon des Öfteren bewies. Entscheidend sei dabei die gute Zusammenarbeit für ihn: „Das bedeutet für mich, dass etwas vollkommen Unerwartetes und alleine Undenkbares passiert – und dass es sich gut anhört. Oft habe ich eine Idee für einen Track und dann spiele ich die ersten Mixdowns einem befreundeten Musiker vor. Diese Person spielt dann ein Instrument ein oder singt dazu – und plötzlich höre ich das Ding mit ganz anderen Ohren. Und so geht es weiter, man inspiriert sich gegenseitig, am Ende kommt etwas Großartiges, aber vollkommen Unerwartetes heraus.”

Unvorhersehbar war auch die Corona-Pandemie, die das kulturelle Leben in der weltweiten Öffentlichkeit komplett stillgelegt hat. Clubs, Konzerte und Festivals sind auf unbestimmte Zeit abgesagt. Musiker und Veranstalter – sie alle sind mit einem Mal nicht mehr beschäftigt, sind ohne Engagements, ohne Einkommen. Molle sieht Hoffnung: „Mich freut es sehr zu sehen, dass die Natur gerade eine Atempause bekommt. So unangenehm die aktuellen Einschränkungen erst einmal sind – ich denke, dass hier eine große Chance für eine bessere Zukunft liegt.”

Nun liegt es an jedem Einzelnen, diese Aussichten in Angriff zu nehmen. Ein Thema, das Molle und sein Team vom 3000GradFestival schon lange beschäftigt. Um den Schaden ihrer Veranstaltungen so gering wie möglich zu halten, verzichten sie auf Einwegbecher und Einweggeschirr, trennen ihren Müll, sowohl vor den Kulissen als auch dahinter. Sie arbeiten mit möglichst regionalen, bevorzugt nachhaltigen Unternehmen und versuchen, bei der Deko und den Bühnen-Designs keine Materialschlachten anzuzetteln – vor allem achten sie darauf, mit Elementen zu arbeiten, die sich beim nächsten Event wiederverwenden lassen. Allem voran empfiehlt das Team eine umweltfreundliche Anreise mit Bus oder Bahn, oder sogar mit dem Fahrrad. Und auch beim Camping wird darauf aufmerksam gemacht, dass nur das Nötigste mitgebracht werden sollte. „Braucht ihr das wirklich, um gemeinsam eine gute Zeit zu haben?“, stellt Molle abschließend die entscheidende Frage.

 

www.mollonobass.de
www.3000-festival.de

 

Dieses Interview habe ich im Auftrag von FAZEmag geschrieben. Es erschien in der 100. Ausgabe. 

 

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