Vor mittlerweile fast drei Jahren stolperte ich in meine erste eigene Wohnung, zeitgleich fand ich auf Instagram die Zero Waste Bewegung. Zero Waste wortwörtlich funktioniert nicht, das kann es gar nicht. Menschen konsumieren, verbrauchen und hinterlassen – ständig und überall. Trotzdem ist das Streben nach möglichst wenig Müll und Ressourcenverbrauch natürlich etwas Gutes und hat mein Leben stark beeinflusst. Denn so fand ich meinen Weg in die Bubble der Nachhaltigkeit oder das, was als solche verkauft wird.

Über die Zeit differenzierte sich jedoch immer mehr, was ich zum Leben brauche. Manche Produkte, so nachhaltig, wie sie auch hergestellt sein mögen, liefern nur einen Ersatz für andere Produkte, die ich grundsätzlich nie brauchte. Das bemerkte ich aber erst durch meinen Verzicht, notgedrungen und manchmal auch aus Geiz.

Ich meine, hast du schon mal darüber nachgedacht, dass beispielsweise Küchenrollen und Gefrierbeutel zu den Dingen zählen, die immer wieder Geld kosten und sehr viel Müll machen. Wofür denn eigentlich? Ja, schon klar. Es klingt banal, doch das alte Handtuch, dass ich damals in kleine Fetzen geschnitten habe, wischt auch heute noch alles super saugstark weg und die Gläser, in denen ich eingelegte Gürkchen kaufe, lassen auch alles darin gefrieren.

Meine Erkenntnis also: Nachhaltigkeit bedeutet erst mal nichts kaufen, nichts nutzen und nichts wegwerfen. Und nach dem Prinzip kann Mensch auch noch Geld sparen.

Ich möchte euch also ein paar Hilfestellungen für mehr Nachhaltigkeit geben. Tipps, die entweder nichts oder viel weniger als das konventionelle Gegenstück kosten und dabei noch glücklich machen – basierend auf meinen Erfahrungswerten.

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Tipp 1: Revolutioniere dein Geschirrspül-Game
Verbrauche dein Spüli auf und nutze die Schwämme bis es nicht mehr geht. Nichts wird mehr Geld sparen, als eine einfache Holzspülbürste mit wechselbarem Kopf und ein Stück Kernseife. Pro Tipp: Nimm ein rundes Glas (z. B. von alten Brotaufstrichen) und lege ein Stück der Seife hinein – die gibt es vegan und Bio für weniger als 1 Euro. So kannst du ganz easy die Seife mit der Bürste aufschäumen und hast sehr viel Schaum, eine trockene Hand und viel weniger Geld ausgegeben. Das Geschirr wird übrigens auch schneller sauber!

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Tipp 2: Lass das Duschgel weg
Mal ehrlich, diese flutschige hässliche Plastikflasche, die dich entweder in die Drogerie rennen lässt oder den Badezimmer Mülleimer in einem Schlag füllt: sie nervt doch einfach nur, oder? Ein Stück Seife, dass es wirklich in absolut allen Ausführungen und Arten zu kaufen gibt, ist weniger zu tragen, hält länger und macht bei weitem nicht so viel Müll und oft sogar gar keinen. Ob es günstiger ist entscheidest du selbst. Seife gibt es in allen Formen und Farben zu kaufen. Auch als Shampoo oder Spülung, es gibt eigentlich alles am Stück. Wenn du willst, kannst du auch kleine Manufakturen oder Seifenhersteller:innen unterstützen, die verschiedenste umweltschonende und vegane Ausführungen anbieten. It’s Fun!

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Tipp 3: Hör auf, deine Textilien tot zu waschen
Nicht alle tun es, aber viele Menschen waschen ihre Wäsche zu heiß zu häufig und mit viel zu viel Waschmittel. Den Weichspüler kannst du ganz weg lassen. Jeans und Wollsachen müssen nicht andauernd gewachsen werden, damit tötest du die Textilien nur. Viel nachhaltiger ist es, wenn du sie lüftest oder eine Nacht ins Gefrierfach legst. Waschen solltest du nur, wenn es nötig ist und dann auch nicht zu heiß. Vom eigentlichen Waschmittel braucht man nicht viel und es gibt mehr als eine nachhaltigere, günstige Alternative: Waschnüsse, Keramik-Waschbälle oder Öko-Waschmittel, was auch immer eben zu deinem Bedarf passt.

In verschiedenen Unverpacktläden kannst du außerdem ein eigenes Gefäß mit biologischem Waschmittel auffüllen. Wenn du magst, kannst du sogar ein Waschmittel aus Kernseife und Soda selbst machen (1 Liter kostet dann ca. 0,30 Euro). Somit sparst du dir die Verpackung und dein Geldbeutel dankt dir doppelt. Außerdem werden deine Textilien länger halten und gut aussehen, wenn du ihnen weniger zumutest.

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Tipp 4: Mach dir deine eigenen Aufstriche
Klingt anstrengend, ist es aber gar nicht. Alle Reste, auf die du keine Lust mehr hast, kannst du super zu einem Aufstrich verwerten. So wird das Gemüse gegessen bevor es gammelt und du hast dir den Einkauf eines überteuerten Aufstrichs gespart. Hummus ist vermutlich die einfachste Variante, die man in jeglicher Variation herstellen kann. Nachhaltigkeit bedeutet hier einfach nur: verwerte Reste und versuche möglichst kein Essen zu verschwenden.

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Tipp 5: Rette doch mal etwas vor der Tonne
Reduziert im Supermarkt, über eine App reservieren und abholen, online bestellen oder geschenkt aus dem Mülleimer – Lebensmittel retten war wahrscheinlich noch nie so einfach. Außerdem ist es günstiger! Und ziemlich bequem kann es auch sein, erfahrungsgemäß sogar zeitsparend, wenn man online rettet. Das Schleppen kann man sich so auch sparen.

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Tipp 6: Reste essen
Laut der Verbraucherzentrale landen jedes Jahr (allein in Deutschland) rund 12 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Was wir dagegen tun können? Im Restaurant aufessen oder die Reste mitnehmen. Vor allem: Alles möglichst aufessen, was auch eingekauft wird. Was im Müll landet sind nicht nur Lebensmittel: Ressourcen für die Produktion, Lieferketten und das Geld für den Einkauf, dass ausgegeben wurde. Also lieber ein bisschen kreativ werden und damit Ressourcen und Geld sparen (und die Zeit für den Einkauf).

Wie du siehst, braucht man keine fancy Produkte oder mehr Konsum. Nachhaltigkeit fängt bei den kleinen Dingen an. Das Wichtigste, dass ich gelernt habe, ist: Mach dir nicht zu viel Druck. Die Welt hängt nicht von dir alleine ab und auch wenn jede Kaufentscheidung irgendwie wichtig ist, sollte die Verantwortung der Umwelt nicht an uns Konsument:innen hängen. Jeder Mensch kann etwas dazu beitragen, damit der Markt in die richtige Richtung gelenkt wird. Und das, ohne uns und unsere Mitmenschen dafür zu verteufeln, in diesem System zu leben und darin zu funktionieren.

Dieser Text erschien zuerst auf DIEVERPEILTE. 

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