Jemand hat mir mal gesagt, dass das Schlimmste an einer Trennung ist, wenn man sein Guten Morgen und sein Gute Nacht verliert. Für mich stimmt das nicht ganz, denn schlimmer ist es sein Guten Morgen und sein Gute Nacht noch in der Beziehung zu verlieren. Wenn die Prioritäten sich verschieben, die Zweisamkeit schwindet und die Liebe sich leer anfühlt. Vielleicht wäre das der Punkt, an dem man sich trennt, sich für die gemeinsame Zeit bedankt und den eigenen Weg nimmt. Vielleicht weiß ich, dass es eigentlich schon vorbei ist und vielleicht weiß ich, dass wir uns was vormachen, doch ganz tief in mir will ich diesen Gedanken weit weg von mir schieben. Will ihn nicht hören, will nichts mehr sehen, will nichts davon wissen. Denn das würde bedeuten, dass du und ich ein Du, Ich sind, ohne und. Und verdammt will ich dieses Und nicht verlieren. Wie hast du mal gesagt? Zwei, wir zwei. Und jetzt, mit all der vergangen Zeit sind wir noch ein Wir? Haben wir uns zu sehr an das Wir gewöhnt, ohne noch das Ich und Du dahinter zu sehen? Und wenn wir uns verloren haben, wie weiß ich dann, wie ich als Ich bin? Habe mich in dieser Zeit so an unser Wir gewöhnt, dass ich Angst davor habe, wieder ich zu sein.

Dieser Text erschien zuerst auf DIEVERPEILTE / Foto: Paula Schuer

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