Im Februar 2019 lernte ich Berlin kennen. Jemanden wie ihn, der einen so hoch angesehenen Beruf ausübt, hätte ich da nicht vermutet. War mir aber egal, auch als er so ekelhafte Laute von sich gab. Es waren die Abenteuerstunden meines Lebens mit Matteo* und seinem Sexsklaven, dem schwulen Politiker. Ich war nicht eingeladen, also rauchte ich zwei Zigaretten in der Küche und trank mein Bestechungsgeschenk, einen ziemlich exquisiten Wodka. Matteo lässt sich seit fünf Jahren von dieser verkorksten Stadt ficken. Seitdem ist er Opfer der Drogenszene und zu meinem Bedauern ganz schön pleite. Das liegt vermutlich daran, dass er jeden Cent in Gras und Koks investiert. An besagtem Wochenende besuchte ich ihn zum ersten Mal bei sich zuhause. Dieser Schmarotzer war so gut im Bett, dass ich ihn meine Muschi auch auf dieser versifften Matratze lecken ließ. Ich dachte, wir könnten uns verlieben. Mochte ihn aber eigentlich gar nicht. Hat mich immer nach Geld gefragt. »Hast du 20 Euro für Gras?« Dabei musste ich ihn immer anbetteln, dass er mich überhaupt mal am Joint ziehen lässt. War schwer Nein zu sagen, er spricht nämlich mit so einem süßen italienischen Akzent. Also hab‘ ich’s ihm gegeben. Auch die 50 Euro für den Einkauf. Den Typ aus dem Bundestag schien das auch nicht zu stören, der bezahlte Matteo sogar dafür, dass er sich vor ihm einen runterholen durfte. Hab‘ mir immer vorgestellt, dass solche Leute genauso knauserig haushalten wie meine Tante. Sie ist Unternehmensberaterin. Bei ihr kommen immer die abgelaufenen Schnäppchen aus den Supermarkt-Angeboten in den Einkaufswagen. Dafür nimmt sie auch mal eine längere Strecke mit dem Auto in Kauf.
Geizig war der Sklave jedenfalls nicht. Nach 15 Minuten drückte er Matteo die verdienten 60 Euro in die Hand und hat sich auch sehr höflich von ihm verabschiedet. Nachdem der Bock endlich mal wieder richtig heftig abspritzen durfte. So wie der gestöhnt hat, muss sein letzter geiler Sex schon ’ne Weile her gewesen sein. Vielleicht hat er aber auch nur Spaß, wenn ihn ein geisteskranker Junkie mit einem Ledergürtel würgt. Schwul ist Matteo jedenfalls nicht, das kann ich bezeugen. Der restliche Abend verlief scheiße. Matteo wollte wieder Kohle von mir haben für irgendwelche Drogen im Club. Hab’s ihm dann einfach gegeben, damit er Ruhe gibt.

*Name geändert

Dieser Text erschien zuerst auf DIEVERPEILTE  / Bild: Jens Peters

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