Imperfektion.

Schon lange beschäftige ich mich jetzt schon mit dem kleinen Wörtchen ‘Perfektion’, welches unsere Gesellschaft fest in seinem Griff hat. Doch um die Macht, welche hinter diesem Wort steckt, verstehen zu können, spielt viel mehr sein Gegenspieler eine wichtige Rolle für mich. Unvollkommenheit. Imperfektion. Chaos. Schlampigkeit. Sind die Begriffe, die Duden ausspuckt, wenn man nach ihnen sucht. Das Vertrauen in diese Wörter beeinflusste, nein eher schränkte lange Zeit mein Selbstwertgefühl ein, bis ich irgendwann begriff, dass das ausgemachter Blödsinn ist. Denn das Gegenteil von Perfekt ist nicht etwa Unvollkommenheit oder Chaos, sondern viel mehr Menschlichkeit. Menschen sind nicht dafür geschaffen, um perfekt zu sein, wie auch? Und dennoch setzen wir uns Tag für Tag illusorische Ziele und wundern uns später, weswegen wir daran zugrunde gehen. Vielleicht verabscheue ich dieses kleine perverse Wort daher so sehr. Denn es ließ mich meine eigene Menschlichkeit fürchten. Heute allerdings scheint mir meine Angst davor, welche ich so lange mit mir mitgetragen hatte, völlig abstrus. Lächerlich. Beinahe schon imperfekt.

FOTO: Sophie Unterbuchberger

Dieser Text erschien zuerst auf DIEVERPEILTE. 

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