Ein Freund hat mich Jahre nach ihrer Auflösung auf ANTITAINMENT aufmerksam gemacht. Und obwohl wir uns damals nicht lange kannten, hat er mit diesem Schülerband-Geheimtipp sowas von in´s Schwarze getroffen. Und dieser Treffer hallte durch die Zeit: Ich fantasiere, wie ich als 15-Jähriger ANTITAINMENT höre, auf ihren Konzerten verschwitzt rumspringe und mich edgy fühle. Die Band verband Elemente, die ich in dieser Kombination vorher nicht gehört habe: Heavymetal-Riffs, Drum´n´Bass-Beats, chiptunige Midi-Synths. Dazu Bescheuertes aus der Welt der Arbeit, der Routine, der Resignation und der Sinnlosigkeit der Gegenwart. Das Ganze wird so transportiert, dass man die Schwere, die den Themen gewiss innehaftet, verliert: „So lange hier die Lobby fehlt, geht´s beim Freibad über´n Zaun“ trifft auf „Es gibt kein gesundes Leben im Kranken“- Ardorno würde sich wundern. Sich des Status´ der Subkultur, des Undergrounds bewusst, ballern sie durch das Album. Warum? „Du brauchst keinen Grund. Nur einen Randgruppen-Gestus.“ Das ist post-ironisch. Gab´s das 2007 überhaupt? 2021 gibt es zumindest diesen Repress des Release.

ANTITAINMENT – Nach Der Kippe Pogo!? (Zeitstrafe)

Trackliste:

A1 Sechstagewoche-Gummimann
A2 Waterride the Lightning
A3 Subkultur brought to you by „Sparkasse Hanau“
A4 Due Ozonlöchern in den Köpfen
A5 Die Metal-Mosh-Maschine
A6 Unkonkret vs. Wahllos

B1 True till bored to death
B2 It ain´t no revolution just because you can dance to it
B3 BWL-kanntschaften
B4 We are (black) Metalrap
B5 Das orgonisierte Verbrechen

In der Dauerschleife:

Dieser Text erschien zuerst auf DIEVERPEILTE / Bild: Jens Peters

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