Ein Hauch romantische Träumerei gepaart mit einem Touch Melancholie: Das beschreibt die neue EP „Some Songs About ____“ des Künstlers Dropped. Letztes Jahr lieferte er mit seinem „Hey It’s Summer“-Demo bereits zwei Tracks, die ein unbeschreibliches Gefühl der Abenteuerlust auslösten – begleitet von leichter Bedrücktheit. Felix (24), wie er mit bürgerlichem Namen heißt, brannte schon immer für die Musik. Zumindest seit wir uns 2015 in einer kleinen aber feinen WG-Küche kennenlernten. Damals war sein Genre Hip-Hop, heute gleicht seine Musik mehr waveigen Indie. Ich habe mit dem Erfurter über seine musikalischen Anfänge und seine erste EP unter dem Künstlernamen Dropped gesprochen. 

DIEVERPEILTE: Wann hast du angefangen selber Musik zu machen?
Dropped: Angefangen habe ich mit meinem Freund Robin, oder auch Don Dose, als unser Studium begann. Da brachten wir uns mehr oder weniger selbst bei, wie man Beats macht. Dann haben wir angefangen Texte dazu zu schreiben und das entwickelte sich so weiter, dass wir unsere eigene Hip-Hop Gruppe zusammen mit weiteren Leuten gebildet haben – das war 2017.

Wie ging es dann weiter?
Ab 2018 hatten wir Auftritte und allgemein hat alles gut funktioniert. Bis 2020. Corona hat einen riesigen Einschnitt gemacht. Während der Zeit, vor allem am Anfang, merkte ich, dass ich Bock habe, was anderes zu probieren. Zu dem Zeitpunkt war ich alleine, hatte das allernötigste an Technik zu Hause und fing einfach spontan an Sachen auszuprobieren. Das war total ungeplant und völlig aus dem Nichts. Letztendlich hat sich dabei Dropped herauskristallisiert. 

Wie würdest du deinen musikalischen Stil jetzt beschreiben?
Ich würde ihn als Produkt jeglicher Musik, die ich höre, beschreiben. Wenn ich es in ein Genre einordnen wollen würde, dann vermutlich Independent. Allerdings hasse ich diese Genre-Bezeichnung. Es ist eher eine Art Wave bis Indie.

Welche Künstler:innen beeinflussen dich in deinem Schaffen?
Puh … da könnte ich jetzt mindestens 20 Verschiedene nennen! Hauptsächlich hat es mir Black Marble angetan. Außer denen würde ich auch sagen The Cure. Das ist auch eine Art Kindheitsverknüpfung, weil ich das früher rauf und runter hörte. Textlich orientiere ich mich eher am Post-Punk.

Wie lange hast du insgesamt für deine EP „Some Songs About ____“ gebraucht?
Die Lieder sind allesamt im Jahr 2020 entstanden. Ich habe immer einen Song grob fertig gemacht und dann ein bisschen liegen lassen bis ich genug passende Tracks hatte. Im Mai fing ich dann an, diese abzumischen. 

EP Some Songs About ____ - Dropped Cover
Collage: Alexandra Bausewein / Edit: Maximilian Schein

War das alles ein Ein-Mensch-Projekt oder hattest du Unterstützung?
Prinzipiell war ich alleine. Ich hatte keine Unterstützung beim Schreiben der Texte und Melodien. Beim Abmischen bekam ich dann Hilfe von asn648 und Don Dose aus Erfurt. Ich traf auch zufällig jemanden, der sich damit auskennt und mir ein paar Tipps gab. Letztendlich habe ich es aber trotzdem so unperfekt wie es ist, rausgehauen. Es ist also kein perfektes Mischprodukt.

Könntest du einen Track von der EP festmachen, der dir am meisten bedeutet? 
Ha, das ist kompliziert! Aber ich würde sagen, dass mir der letzte Song auf der EP am meisten bedeutet. Da hatte ich nämlich doch Unterstützung und zwar von Eric, dem Frontsänger von Mamoré

Wieso genau der Song?
Eric schrieb dazu einen super Text und der Track gefällt mir am besten, weil er auch andere Elemente abseits des Indie-Genre enthält. 

Wie sah das Feedback bis dato aus?
Das Feedback war durchweg positiv. Das finde ich tatsächlich ein bisschen schade, weil ich das vor allem für die technischen Aspekte, wie das Abmischen, brauche, um besser zu werden. Aber wenn man keine Kritik hat, kann man keine geben. Die EP wurde auch vergleichsweise häufig gestreamed. Das löst schon was in mir aus und es freut mich natürlich, dass es den Leuten gefällt. 

Ich weiß, mit Corona ist das schwer abzuschätzen, aber hast du schon weitere Pläne für die Zukunft?
Also zunächst muss ich alles so konzeptionalisieren, dass ich Live auftreten kann. Ich denke auch, dass das am meisten Spaß macht und eine Anfrage bekam ich ebenfalls schon. Zusätzlich möchte ich ein Album aufnehmen, das spätestens nächstes Jahr veröffentlicht werden soll. Das ganze Projekt Dropped ist unkommerziell – und so macht es super viel Spaß. Ich verspüre keinen Druck und das ist das Tolle daran. Natürlich hat man im Hinterkopf ein kleines Männchen das sagt »Wäre schon cool von Musik zu leben« und wenn das irgendwann klappen sollte, dann bin ich auch nicht böse drum (lacht). Ich bin aber auch zufrieden mit mir selbst, wenn alles so bleibt.

Und das ist das wichtigste!
Das denke ich auch. 

Hier kannst du dir das Musikvideo zu Ellie is Confused (Not Always) von der EP Some Songs About ____ ansehen:

Visuals & Concept: Equal

Foto: Equal

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