Oh du schöner Blumenstrauß,
Was bist du mir ein Augenschmaus.
Strahlst mit deinen tollen Farben, 
Drei Euro wollten sie bloß haben.

Kommst auch nicht von so weit her,
Vielleicht aus Holland oder irgendwo vom Meer? 
Vielleicht aus Kenia oder Kolumbien?
So genau weiß ich’s nicht,
Weil darüber alle stumm sind.

Hach, was strahlen deine Blüten,
Gut geschützt mit Pestiziden, 
Dass auch der Boden unter dir,
Ist frei, von jedem kleinsten Tier.
Ich mein, wer mag schon Insektenorchester?
Aber was soll’s, 
Artenvielfalt ist doch Schnee von gestern.

Ihr lieben Blumen, seid ihr durstig?
Eure Blätter sind so knusprig.
Habt ihr nicht ganz viel getrunken,
Bevor ihr eingeflogen kamt?
Ist nicht der Grundwasserpegel gesunken,
Seitdem die Erde wird besamt?

Gestern sprach ich mit Frau Weber.
Sie ist genervt von Klimawandel, CO2 und Lieferwegen.
Das sei ja alles halb so wild, 
Sie funktioniert doch, unsere Welt.

Ich sage, man müsse endlich Fairtrade machen.
Sie unterbrach mich und fing an zu lachen.
Fragte mich, was der Unsinn solle,
Jeder kriege doch die gleiche Kohle.
„Auf meine Blumen will ich nicht verzichten
Oder können Sie mich eines Besseren unterrichten?“.

Ich entgegne: „Regional und zur Saison,
So bleibt es eine Sensation.
Und noch dazu spart’s Leid und Geld,
Denn so ist sie, diese Welt.
Macht aus allem einen Markt,
Jeder Nachteil wird vertagt.“.

Dieser Text erschien zuerst auf DIEVERPEILTE.
Foto: Paula Schür

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